Die strategische Kurzzeittherapie versteht Burnout als Ergebnis gestörter Beziehungen im beruflichen und privaten Kontext, wobei vor allem die Selbstbeziehung verloren gegangen ist. Betroffen sind oft engagierte Leistungsträger, die – oft unbewusst – fremde Erwartungen verinnerlichen, um Anerkennung zu erlangen.
Die Diskrepanz zwischen Ziel und Ist-Zustand erzeugt ein dauerhaftes Defizitgefühl bei gleichzeitigem Perfektionismus. Die ständige Selbstüberschreitung führt zu Erschöpfungszuständen, einer depressiven Dynamik und psychosomatischen Beschwerden, die als Regulierungsmechanismen dienen.
Therapeutisch wird beim Ambivalenz-Management („sowohl – als auch“) angesetzt, um über realistische Ziele und die Akzeptanz eigener Grenzen neue Gestaltungsmöglichkeiten zu erschließen. Für den Umgang mit ungewissen Zukunftssituationen gilt das Prinzip, dass der Zukünftige dem Gegenwärtigen ein liebevoller Freund sein sollte: Er tröstet, schützt und wertschätzt den Mut, unter schwierigen Bedingungen überhaupt eine Entscheidung getroffen zu haben. Diese solidarische Zusicherung ermöglicht einen achtungsvollen und freundschaftlichen Umgang mit sich selbst.
Wichtige Fragen zur Selbstreflexion bei Burnout-Symptomen:
- Was fehlt mir, damit ich mich gut aufstellen kann?
- Was kann ich tun, damit meine Grenze nicht mehr überschritten wird?
- In welcher Atmosphäre fühle ich mich aufgerieben?
- Habe ich bisher oft im Leben nach den Erwartungen anderer gelebt, um Anerkennung zu suchen?
